Picdeca im Test: Bildideen entwickeln mit Spaß

Picdeca Titelbild

Als Sketchnoter ist man ständig auf der Suche nach neuen Bildideen. Sie sollen einfach und schnell zu zeichnen und trotzdem individuell und auffällig sein.

Um neue, eindrucksvolle und manchmal verrückte Bildideen zu entwickeln hat meine Sketchnote-Kollegin Ines ein Kartenspiel entwickelt. Es nennt sich Picdeca* (PIcture DEvelopment CArds) und kann einfach zu Hause ausgedruckt werden. Wie gut das funktioniert und ob dabei wirklich ein paar neue Bilder entstehen, habe ich für dich ausprobiert.

Erst die Arbeit …

… dann das Gekritzel! Bevor es losgeht, müssen sogenannte Symbol- und Aktionskarten ausgedruckt werden. Die Anleitung kannst du auch als PDF behalten und vom Druck ausschließen. Ines hat mitgedacht und die Karten lediglich in schwarz/weiß erstellt. Das schont die Druckerpatrone.

Anschließend heißt es zerschneiden, was das Zeug hält. Allein dauert es ca. 5-10 Minuten alle Karten zu zerschneiden, in der Gruppe ist das Thema in zwei Minuten erledigt. Und der Kopf ist automatisch direkt „bei der Sache“.

Karten ausschneiden

Ich habe mich schon beim zerschneiden der Karten über die süßen Symbole gefreut und gedanklich schon kombiniert. Picdeca bringt also in jedem Fall Bewegung in die Bilderwelten im Kopf.

Sind alle Karten ausgeschnitten fehlt nur noch ein Block und einige Filzstifte – dann kann es losgehen!

Alles liegt bereit

Zeit für neue Bilder

Verschiedene Aktionskarten liefern dir anhand einfacher Beispiele unterschiedliche Aufgabenstellungen. Durch ziehen der Symbole aus dem Kartenstapel entstehen zufällige Kombinationen pro Aktionskarte.

Mein erster Zug bestand aus der XXL-Aktionskarte und zwei Symbolen. Heraus kam ein überdimensioniertes Smartphone in das ein Planet fliegt. Interessanter Start, auch wenn ich noch nicht weiß, was ich damit aussagen könnte … 🙂

XXL Aktionskarte

Als zweites habe ich die Gegenteil-Karte gezogen. Das klingt vielversprechend. Einem Symbol werden Eigenschaften zugeschrieben und anschließend wird eine dieser Eigenschaften ins Gegenteil verkehrt und wieder auf das Symbol angewendet.

Bei mir entstand so ein Spiegel, der seinem Betrachter eine Illusion von sich selbst vorgaukelt:

Gegenteil-Karte

Das ist schon eher eine Bildvokabel, die ich mir gut im Einsatz vorstellen kann. Zum Beispiel wenn es um die Wahrheit geht, um das wahre Gesicht einer Person oder wenn es um illusorische Vorstellungen geht.

Ein drittes Beispiel habe ich noch. Im dritten Zug habe ich die Aktionskarte „Personifikation“ gezogen. Eine super Art und Weise Symbole zu entwickeln! So entstand bei mir ein laufender Briefumschlag, ein mürrischer Schraubenschlüssel und eine weinende Krone. Besonders die „Lauf-Mail“ hat es mir sofort angetan – die wird in Zukunft sicher in meinen Sketchnotes auftauchen!

Personifikation

Es gibt noch einige weitere Aktionskarten für kreative Bildideen. Innerhalb von 10-20 Minuten entwickelst du so unzählige neue Bildchen – großartig!

Flexibel und individualisierbar

Picdeca lässt sich sehr flexibel einsetzen. Ohne großen Aufwand kannst du allein Bildideen entwickeln indem du dich voll auf Ines Aktionskarten verlässt. Möchtest du das Vorgehen verändern, kannst du neue Aktionskarten beschriften (die Vorlagen sind direkt dabei) und Picdeca somit auf bestimmte Themen, Kunden oder Zielgruppen anpassen.

Freie Aktionskarte

Außerdem lässt sich Picdeca auch in einer Gruppe einsetzen. Um das Eis zu brechen und die Teilnehmer in die richtige Richtung zu lenken gibt es außerdem einige Fragekarten, die ebenfalls individualisiert werden können. Speziell wenn mehrere Leute gleichzeitig Symbole entwickeln springt der Kreativ-Funke schnell über und die Ideen sprudeln nur so aus dem Stift heraus.

Mein Fazit

Für mich ist Picdeca eine klasse Idee zur Bildideen-Entwicklung. Das Ganze als Kartenspiel zu verpacken ist ebenso kreativ wie praktisch. Nicht alle entwickelten Bild-Ideen schaffen es auf die „große Leinwand“, doch zwischendurch entstehen immer wieder geniale Bildchen, auf die man sonst vermutlich nie gekommen wäre.

Jetzt weiß ich auch, wie Ines immer wieder auf ihre tollen Symbole kommt. Die angewandten Methoden beschreibt Ines übrigens auch in ihrem Buch. Als Kartenspiel ist es jetzt wirklich für jeden reproduzierbar!

Picdeca ist online bestellbar*, sodass es direkt nach dem Einkauf losgehen kann. Der Preis von 15€ erscheint für ein „einfaches“ PDF auf den ersten Blick teuer. Der Aufwand für ein solches Produkt und der langfristige Nutzen rechtfertigen den Preis für mich aber vollkommen. Allein in den über 150 Symbol-Karten stecken viel Arbeit. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Wie ist dein erster Eindruck von Picdeca? Wie entwickelst du sonst neue Bildideen? Ich freue mich über Austausch in den Kommentaren.

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